Scheffen

Das Wort "Scheffe" wird außerhalb der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft in der deutschen Sprache nur umgangssprachlich genutzt. Gemeint ist dann ein "Chef".

Der Chef ist ein Vorgesetzter. Vorgesetzt sind Personen, denen innerhalb einer Organisation die Befugnis erteilt wurde, Anordnungen an nachgeordnetes Personal zu erteilen.


Wilhelm Siemons geht in dem Buch "Altena und seine Schützen" jedoch davon aus, dass sich der Begriff von dem Wort "Schöffe" ableitet. Schöffen sind ehrenamtliche Richter.


Beschäftigt man sich mit den historischen Aufgaben der Scheffen stellt man fest, dass beide Erklärungsversuche ihre Berechtigung haben:

In der ältesten überlieferten Schützenordnung aus dem Jahre um 1580 ist festgelegt worden:


Erstens ist es üblich, daß man die Schützen läßt zusammenkommen auf Sonntag vor Pfingsten, und um zu fragen, ob man auch dieses Jahr den Vogel schießen will; wird dann eingewilligt, so wählt man zwei Scheffen und zwei Brüchtemeister (Kassierer).



Nadine Hampel beschreibt den Brauch in ihrem Buch "Das Schützenfest als kultureller Sonderfall" wie folgt:


Am Sonntag vor Pfingsten, dem Tag Exaudi, traf sich die Schützengesellschaft zur

Planung und am Gudenstag, dem Mittwoch nach Pfingsten, wurde das Fest abgehalten.

(...) Schon damals hatte die Schützengesellschaft eine Struktur mit Militärbezeichnungen, die höchsten Positionen waren hier Führer (Förer), heute Hauptmann genannt, Fähnrich, Scheffen und Brüchtenmeister.


Auch beim Brüchtengeding übernahmen Scheffen Aufgaben um die Brüchtemeister zu unterstützen.


Heutige Aufgaben der Scheffen

 

Heute werden die Scheffen nicht mehr gewählt, sondern die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes sowie die abtretenden Zugführer werden am Ende ihrer Amtszeit zu Scheffen ernannt.

Die Scheffen stehen den Kompanieführern beratend zur Seite.

 

Der geschäftsführenden Vorstand der FWG besteht aus Hauptmann, Adjutant, Fähnrich, Rendant, Schriftführer sowie den fünf Kompanieführern.

 Der Gesamtvorstand der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft umfasst circa 50 Personen, dazu zählen u.a. auch die Zugführer, Ehrenscheffen und Scheffen.

 

Auch der abtretende König wird automatisch Scheffe seiner Kompanie.

 

Außerdem gibt es die zusätzliche Position des Ehrenscheffen.