Schützenfahne

Schon die ältesten Aufzeichnungen berichten vielerorts von Fahnen, die bei Festumzügen vorangetragen werden, sodass die Schützen symbolisch ihrer Fahne folgen können. Die Fahnen unterscheiden sich von Gesellschaft zu Gesellschaft, unterschiedliche Bilder, die meist mit der Stadt zu tun haben und unterschiedliche Mottos zieren die Seiten der Fahne.


Zur Tradition der Fahne als Symbol gehört auch das Abholen der Fahne am ersten Festtag, welches meist von einer Kapelle begleitet wird.


In Altena

besteht die Fahne seit 1686, ihre Elemente, ihre Form und ihre Symbole haben sich seitdem kaum verändert. Als Symbol für Wiedererkennung, Zusammengehörigkeit und Einzigartigkeit unter den anderen Gesellschaften, führt die Fahne traditionell den Festzug an.


Auf der einen Seite befindet sich, auf blau-weiß gestreiftem Untergrund, ein Bild, in dem eine Gruppe Schwäne einen eindrucksvollen Adler abwehrt. Dieses Bild ist umgeben vom althergebrachten Motto ‚Reddit conjunctio tutos“ – Einigkeit macht stark.

 

Die andere, in grün gehaltene Seite, zeigt das Wappen der Stadt Altena umgeben von grünen Eichenzweigen. Darüber und darunter befinden sich Bilder die das Leben der Stadt zeigen, Drahtzieher, die Burg und andere wichtige Gebäude.

Eingerahmt wird dieses Gesamtbild von einem Leitsatz, der den Schützen immer Durchhaltevermögen und Hoffnung geben sollte: „Vier Ecken Stein, wie der auch fällt, sich immer auf die Seite stellt.

Egal was die Jahrhunderte den Schützen und der Stadt noch bringen mögen, die Fahne soll stets stolz voranflattern und die Schützen sollen niemals ihrer Stadt und ihrer Fahne untreu sein.


Quelle: Nadine Hampel, Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010



Die Fahne der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft ist keinesfalls mit den grün-weißen oder rot-grün-weißen Wimpeln und Bannern zu verwechseln, die beim den Veranstaltungen der Schützen als Schmuck dienen.


Die Geschichte der Altenaer Schützenfahne


Um 1580

Bereits in der ältesten überlieferten Schützenordnung aus dem Jahre um 1580 wird unter Punkt 8 das "Fähnlein" erwähnt:


Achtens sollen Habbecke und Adolf Bergfeld das Fähnlein instand halten,

dafür, dass sie den Ausgang in den Bungern nehmen dürfen, den sie

im Notfall gebrauchen sollen.


Angaben dazu, wie diese Fahne aussah, sind nicht überliefert.


1686

In diesem Jahr wurde "an Platz des zerrißnen Fähnleins" ein neues angefertigt. Neben der lateinischen Inschrift „Reddit Conjunctio Tutos“ (Eintracht macht sicher) zeigte es in der Mitte einen fliegenden Adler, der einige auf dem Wasser schwimmende Gänse zu erhaschen trachtet, solche aber, weil sie sich getreulich zusammenhalten, nicht anfallen darf.


1912

Die Fahne wurde 1912 gegen ein neues Exemplar ausgetauscht. Das Motiv von 1686 wurde übernommen.


1934

Das erste Schützenfest in der Zeit des Dritten Reichs fand statt. Es war noch weitgehend frei von nationalsozialistischen Einflüssen. Allerdings nahmen neuerdings die Spitzen der lokalen Behörden an den Feierlichkeiten teil, damit eine Kontrolle „in angemessener Weise“ gewährleistet war. Die Anwesenheit der NSDAP wurde dadurch zur Schau gestellt, dass der

Kreisleiter am ersten Festtag einen Hakenkreuzwimpel an die Fahne heftete.


1937

wurde veranlasst, beim Schützenumzug neben der Gesellschaftsfahne auch die Fahne der Reichsbundes für Leibesübungen zu tragen. Als Landesfahne wurde allerdings eine schwarz-rot-goldene Fahne, keine schwarz-weißrote getragen, ein sehr kontroverser Aspekt.


1956

Eine neue Königskette wird entworfen: Auf einer ihrer Plaketten ist das Motto der Fahne abgebildet.


2006

Die vierte Fahne der Altenaer Schützen wird 2006 geweiht. Auch sie zeigt das historisch überlieferte Motiv.


2009

Zum 100jährigen Bestehen der dritten Fahne wird diese beim Festumzug gemeinsam mit der vierten Fahne durch die Stadt getragen.


Der Fähnrich ist für die Fahne verantwortlich.