Kronenabend

Am Tag vor dem ersten Festtag werden die beim Kränzebinden hergestellten Kronen feierlich zu den Häusern der Zug- und Kompanieführer, der Scheffen, Ehrenscheffen, Spieße, Fähnriche, des Adjutanten und Hauptmanns gebracht.

 

Quelle: Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010


Im Kelleramt werden die Kronen durch kleine Abordnungen der Schützen und KränzebinderInnen zeitgleich zu den Häusern der Vorstandsmitglieder gebracht. Nach dem Aufhängen der Krone wird durch den Beschenkten in der Regel eine kleine Stärkung gereicht.

Anschließend treffen sich alle Schützen gemeinsam wieder im Kränzebinderlokal um das Kronenfest zu feiern. 

In der Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft gab es um diesen Brauch immer wieder Streit: Schon im Protokoll vom 23. Mai 1856 ist zu lesen, dass der Punkt „Ehrenpfortensetzen“ wieder einmal Gegenstand ausgiebiger Beratungen war. Bei der Betätigung dieses an sich schönen Brauches muss es wohl immer wieder zu unerwünschten Übertreibungen gekommen sein, so dass vor jedem Fest Stimmen laut wurden, das Setzen von Ehrenpforten überhaupt zu verbieten oder aber zumindest die sich dabei ergebenden Bewirtungen in einem bestimmten Rahmen zu halten.

1856 wird beschlossen, dass der Brauch beibehalten werde, für jede Ehrenpforte aber nur ein Geschenk von 3 Thalern und nicht mehr entrichtet werden soll.

 

1869 wurde diese Summe auf 4 Thaler erhöht.

 

Am22. Mai 1900 wird beschlossen, dass die Schützen für das Überreichen des Kranzes kein Geldgeschenk mehr erhalten, die Bewirtung soll aber nicht fallen gelassen werden. Eine Nachfeier soll seitens der Vorstandsmitglieder jedoch nicht mehr unterstützt werden. Vorstandsmitglieder, die dagegen verstießen, hatten eine Geldstrafe von 50 Mark zu entrichten.

Und:„Die Bewirthung der Jungfrauen gelegentlich des Ehrenpfortensetzens darf über 6 Uhr nachmittags hinaus nicht ausgedehnt werden.“

 

Ab 1906 durften sich die Vorstandsmitglieder wieder an den Unkosten des nachherigen „Kranzvertanzen“ (= Kronenfest) beteiligen.

 

1934 wies das Altenaer Kreisblatt darauf hin, dass sich bei Festen nach und nach die Unsitte eingeschlichen hatte, dass die Zugführer in ganz unangebrachter Weise zu Opfern veranlasst wurden, die sehr oft in keinem rechten Verhältnis zu ihren Möglichkeiten standen. Das hat manchem sein Amt verleidet. Der Vorstand untersagte es den Zugführern daher ausdrücklich, die Freigiebigkeit ins Uferlose auszudehnen.