Knickebein

Neben Bier als wichtigstes Getränk besitzen die Altenaer jedoch auch in Hinsicht auf Getränke eine Extravaganz. Bekannt ist diese unter dem ungewöhnlichen Namen "Knickebein".

Zum ersten Mal taucht der Knickebein in den Aufzeichnungen des Festessens 1869 auf. Dieser Name geht laut unterschiedlichen Überlieferungen zurück:

 

  1. Auf einen Studenten, der nach Jena kam um dort zu studieren und die Lebensweise der Studenten kennenzulernen. Von Geburt an hatte dieser eingeknickte Beine, weshalb er merkwürdig lief und überall schnell bekannt war unter dem Namen Knickebein. Eines Tages fand ein Fest statt und der Student mischte ein Gebräu aus drei Schnäpsen, nach dessen Genuss alle in ähnlicher Weisen liefen wie er.
  2. Auf den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer, der das Getränk von der Schweiz mitbrachte und dem es angeblich neue Kraft in seinen Kämpfen gab.
  3. Auf einen früheren, unbekannten Schützenkönig der vor langer Zeit in Westfalen einkehrte. Er trank ein Gemisch aus drei Schnäpsen, welches jemand ihm gab und knickte danach, mit den Beinen zuerst, ein.

 

Ein Knickebein ist grüner Minzlikör, darauf roter Kirschlikör und oben weißer Curacao. Darauf kommt ein rohes Eigelb, überstreut mit Pfeffer und Kaffeepulver.

 

Ein solch, im ersten Moment abschreckendes Getränk, hat natürlich eine Tradition und auch einen bestimmten Usus, wie es getrunken wird.Hierzu steht eine Person der trinkenden Gruppe auf und singt das Lied, dass die Traditiondes Knickebeins nach Meinung der FWG Schützen begründet:

 Als der Sandwirt von Passeier

Innsbruck hat im Sturm genommen

Ließ es sich ein Dutzend Eier

Und dazu zwölf Schnäpse kommen

Machte daraus eine Mischung

Trank sie aus und knickte ein

Und seit dem heißt diese Mischung

In ganz Deutschland "Knickebein

 

Knickebein, Knickebein, du mein Vergnügen, Knickebein, Knickebein, du meine Lust

Gäbs kein‘ Knickebein, gäbs kein‘ Vergnügen,

gäbs kein‘ Knickebein, gäbs keine Lust"


 Erst dann darf getrunken werden. Diese Prozession lernt jeder Schütze schon zu Beginn

seiner Mitgliedschaft.


Quelle: Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010